Ein nicht genehmigter pro-palästinensischer Protest in Bern ist am Samstag, 11. Oktober 2025, in Gewalt umgeschlagen. Dabei wurden 18 Polizisten verletzt und mehrere Demonstrierende kamen zu Schaden. Nach Angaben der Behörden mussten vier der Beamten ins Krankenhaus, nachdem sie von geworfenen Gegenständen getroffen worden waren.
Die Behörden schätzen, dass rund 5.000 Menschen an dem Marsch teilnahmen. Viele trugen Masken und dunkle Kleidung. Der Protest sollte Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen zeigen und die Schweiz zu einer entschiedeneren humanitären Haltung auffordern. Die Teilnehmenden verlangten ein Ende der israelischen Militäroperationen und forderten internationalen Druck, um Zivilpersonen zu schützen und langfristigen Frieden zu sichern.
Protest und Zusammenstöße
Als die Polizei versuchte, den Aufzug zu beschränken oder umzuleiten, warfen einige Demonstrierende Steine, Feuerlöscher, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände. Die Einsatzkräfte setzten Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Auseinandersetzungen zurückzudrängen. Die Unruhen breiteten sich über mehrere Straßen in der Innenstadt aus; an mehr als 50 Gebäuden wurden Schäden gemeldet, darunter eingeschlagene Scheiben und Graffiti.
Nach Behördenangaben wurden 536 Personen zur Feststellung ihrer Personalien auf Polizeiposten gebracht und später wieder entlassen. Darunter war eine Person, die bereits per Haftbefehl gesucht wurde. Eine weitere Person wurde während der Auseinandersetzungen festgenommen. Der Schweizerische Polizeiverband verurteilte die Gewalt, bezeichnete Angriffe auf Einsatzkräfte als inakzeptabel und forderte konsequente rechtliche Schritte.
Entwicklungen in Gaza
Obwohl am 10. Oktober eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas in Kraft trat, hielten die Organisatoren an der geplanten Demonstration fest. Viele Teilnehmende äußerten Zweifel an der Feuerpause und sagten, sie gehe nicht auf die eigentlichen Ursachen des Konflikts ein und garantiere keinen dauerhaften Frieden.
Die mit US-Unterstützung ausgehandelte Waffenruhe führte am 13. Oktober zur Freilassung von 20 israelischen Geiseln; im Gegenzug ließ Israel fast 2.000 palästinensische Gefangene frei. Am 14. Oktober eröffneten israelische Streitkräfte jedoch im Norden Gazas das Feuer und erklärten, Verdächtige hätten unter der Waffenruhe eine Grenzlinie überschritten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza wurden dabei sechs Palästinenser getötet.
Die erneuten Schusswechsel unterstreichen, wie fragil die Feuerpause ist und warum es weltweit, auch in der Schweiz, weiterhin zu Demonstrationen kommt – trotz offizieller Unterbrechungen der Kämpfe.