Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben, mehrere weitere wurden verletzt, nachdem Demonstrierende am Sonntag das US-Konsulat in Karachi angegriffen hatten, wie Polizei und Rettungskräfte mitteilten. Die Unruhen begannen, nachdem sich die Meldung verbreitet hatte, Irans oberster Führer, Ayatollah Ali Khamenei, sei bei gemeinsamen US-israelischen Angriffen getötet worden.
Stunden nach Bekanntwerden von Khameneis Tod versammelten sich Menschenmengen in der Nähe des diplomatischen Viertels von Karachi. Zeug*innen berichten, dass einige Demonstrierende versuchten, das Konsulatsgelände zu betreten. Mehrere kletterten über das Haupttor und die äußere Mauer und gelangten bis zur Zufahrt des Gebäudes. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Eigentum beschädigt und Teile des Geländes während der Auseinandersetzungen in Brand gesetzt.
Tödliche Zusammenstöße nahe US-Konsulat
Polizei und paramilitärische Kräfte setzten Schlagstöcke und Tränengas gegen die Menge ein, um das Gelände zurückzuerobern und die Situation unter Kontrolle zu bringen. Polizeisprecher Mohammad Jawad erklärte, zu Beginn sei mindestens ein Demonstrant ums Leben gekommen und mehrere weitere bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften verletzt worden. Später bestätigte der pakistanische Rettungsdienst Edhi, dass insgesamt sechs Menschen bei den Unruhen starben und zahlreiche Personen verletzt wurden.
Die Behörden verschärften daraufhin die Sicherheitsvorkehrungen im gesamten diplomatischen Viertel, nachdem sich die Lage beruhigte. Straßen in Richtung des Konsulats – darunter auch die Strecke von Sultanabad nach Mai Kolachi – wurden gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen in den umliegenden Bereichen führte. Die Verkehrsbehörde Karachi leitete den Verkehr um, während die Sicherheitsmaßnahmen fortgesetzt wurden.
Proteste breiten sich nach Khameneis Tod aus
Auch in anderen Teilen der Region gab es Proteste im Zusammenhang mit dem Tod Khameneis. Vor der sogenannten Green Zone in Bagdad, in der sich die US-Botschaft befindet, versammelten sich Demonstrierende. Im pakistanischen Norden, in Gilgit-Baltistan, setzten Protestierende ein UN-Gebäude in Skardu in Brand – lokale Behörden meldeten jedoch keine Verletzten.
Iran rief nach dem Tod Khameneis 40 Tage nationale Trauer aus – eine Phase, die den Verlust des mächtigsten politischen und religiösen Führers des Landes seit 1989 markiert.